Geschichte Jaroslawls |
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Nach der Überlieferung gründete der russische Herrscher Jaroslaw der Weise von Kiew die Stadt im Jahre 1010 als Festung auf dem rechten Wolga-Ufer. Schon vorher befand sich an dieser Stelle eine Siedlung mit dem Namen "Medveshij ugol" (Bärenwinkel). Ihre Bewohner lebten von der Jagd und dem Fischfang. Nach der Überlieferung unterwarf der Fürst die Menschen dieses Gebiets, indem er ihre heilige Bärin tötete. Diese Legende findet ihren Ausdruck im Stadtwappen: Ein stehender Bär hält in der linken Tatze eine Hellebarde. Im 12. Jahrhundert, nach dem Zerfall des Kiewer Reiches, fiel Jaroslawl an das Fürstentum Wladimir-Susdal. Gleichzeitig entwickelte sich der Handel auf der Wolga, was die Entwicklung der Stadt förderte. In der Umgebung des Kreml siedelten sich Handwerker und Händler an. Es entstanden die ersten steinernen Kirchen, Klöster wurden errichtet (Petropawloskij im NW, Spasskij im W). In 1218 wurde Jaroslawl Hauptstadt des Fürstentums Jaroslawl, jedoch wurde der Aufstieg der Stadt durch die tatarisch-mongolische Okkupation unterbrochen. 1463 wurde das Jaroslawler Fürstentum in das Großfürstentum Moskau eingegliedert. Gelegen an der Kreuzung von Wasser- und Landverkehrswegen, wurde die Stadt ein wichtiges strategisches und kommerzielles Zentrum des Großfürstentums Moskau zwischen West und Ost. Dies förderte die Entwicklung des Handels, des Handwerks und der Kultur. Im 16/17. Jahrhundert wuchs Jaroslawls Fläche erheblich an. Bedeutend war die Rolle Jaroslawls während des Krieges gegen polnische, litauische und schwedische Invasoren zu Beginn des 17. Jahrhunderts. 1612 war die Stadt Zentrum der Formierung des Widerstands unter Minin und Posharskij, sowie zeitweilige Hauptstadt Russlands. Das 17. Jahrhundert war das goldene in der Geschichte Jaroslawls. Es war eine Zeit stürmischer Entwicklung von Wirtschaft und Kultur. Jaroslawl stand an zweiter Stelle hinter Moskau. Im 18. Jahrhundert wurde es Gouvernementshauptstadt und großes Industriezentrum. In der zweiten Hälfte des 18.Jahrhunderts wurde mit der Entwicklung des Klassizismus in der russischen Architektur ein regulärer Plan zur Stadtentwicklung ausgearbeitet. Dem Plan wurde die mittelalterliche Struktur mit einem geometrischen Netz der Stadtteile zugrundegelegt. Die Planstruktur der Innenstadt hat sich bis heute erhalten. Sie ist ein wertvolles städtebauliches Denkmal des Klassizismus. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Industrieproduktion in Jaroslawl, wurde die Stadt zum wichtigen Verkehrsknotenpunkt in Russland. Nach der Oktoberrevolution (1917) entwickelte sich die Stadt zu einem Zentrum der Schwerindustrie. |
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